Opa´s Oldtimer

Woher kommt    D K W

DKW ist ein ehemaliger Hersteller von Autos und Motorrädern.
Im Jahre 1907  ließ der Däne Jørgen Skafte Rasmussen  die Firma "Rasmussen und Ernst" ins Handelsregister der Stadt Chemnitz  eintragen.
Im Jahre 1916/17  forschte Rasmussen im Auftrag des deutschen Heeres an einem vielstofffähigen Fahrzeug, dem DampfKraftWagen.
Ungefähr gleichzeitig erwirbt die Firma die Rechte an einem Zweitakt-Kleinmotor von Hugo Ruppe aus Apolda, der zunächst mit 18 ccm 0,25 PS als "Des Knaben Wunsch" und moderne Alternative zur Spielzeugdampfmaschine recht erfolgreich vermarktet wird.
Das Werk zieht nach Zschopau , Chemnitz bleibt aber weiter Firmensitz.
Verkaufsschlager des Jahres 1921  ist der weiterentwickelte, vergrößerte und serienreife 2 PS Fahrradhilfsmotor "Das Kleine Wunder", der mit dem Spruch "...fährt bergauf wie andere runter!" beworben wird.
Ab dem Jahre 1922  wurden in Zschopau Motorräder hergestellt. Die Modellpalette reichte bis zu einer wassergekühlten 600-ccm-2-Zylinder-Maschine (Super Sport 600). Ab 1933 führte DKW die neuartige „Schnürle Umkehrspülung“ ein, die bei Deutz für Dieseltriebwerke entwickelt worden war. Diese Spülungsart ermöglichte einen (fast) flachen Kolbenboden, früher wurden sogenannte Nasenkolben verwendet. Die reduzierte Kolbenmasse und damit die deutlich verbesserte Wärmeabfuhr war ein Meilenstein in der 2-Takt-Motoren Entwicklung. An dieser Technologie erwarb DKW frühzeitig die alleinigen Rechte für die Nutzung bei Benzinmotoren und vergab selbst wieder mit einem üppigen Gewinn Lizenzen an andere Hersteller. Außerdem stellte die Firma in Scharfenstein Kühlanlagen  ("Das Kühl Wunder") her.

1932  bildet der Kleinwagenproduzent DKW mit der bereits 1929 erworbenen Oberklasse-Marke Audi sowie den Herstellern von Luxusfahrzeugen Horch  und Mittelklassewagen Wanderer  die Auto Union . Der Verbund avanciert hinter Opel  zum zweitgrößten deutschen Automobilproduzenten vor dem Krieg. Volumenmodelle waren die kleinen zweitaktenden Fronttriebler DKW F1 -F8 . Das Modell F9  mit dem legendären 3=6-Motor wurde zwar noch für 1940 angekündigt, ging jedoch erst 1949 bzw. 1951 als IFA  F9 (mit dem neuen 3-Zylinder-Motor) in der DDR und als DKW F89 (mit geändertem alten 2-Zylinder-Motor des F8) in der Bundesrepublik Deutschland in Serienfertigung.
Nach dem Krieg  wurde die Fusion  von den Alliierten  wieder rückgängig gemacht. Das Werk in Zschopau wurde in die IFA  integriert. 1952  wurde der Firmenname DKW in MZ  (Motorradwerke Zschopau) geändert. Rasmussen ging nach dem Krieg wieder nach Dänemark  und baute dort Motorräder  unter dem Namen DISA .


In Westdeutschland setzte DKW die Produktion ab 1949  von Kraftfahrzeugen zuerst in Ingolstadt  mit dem DKW-Schnellaster  und dem Motorrad RT 125  W und dann in Düsseldorf fort. (W steht für Westen, weil in Zschopau auch eine RT 125 nach Vorkriegsplänen gebaut wurde) In Düsseldorf baute DKW unter dem Namen Auto-Union Automobile. Zuerst entstanden noch Motorräder und Automobile mit Zweitaktmotoren unter dem Markennamen DKW. 1958 wurde die Motorradfertigung an die in Nürnberg unter Beteiligung von Victoria und Express neu gegründete Zweiradunion abgegeben, wo aber nur noch geringe Stückzahlen der Modelle RT 175 VS und RT 200 VS entstanden. Hauptsächlich wurden Mopeds („Hummel“) und Kleinkrafträder gebaut.
1958  kaufte die Daimler-Benz  AG die Auto Union. Autos entstanden bis Mitte der sechziger Jahre mit Zweitaktern unter dem Namen DKW. Der Junior hatte einen 3-Zylinder-Zweitaktmotor und eine auf einen Kastenprofilrahmen aufgesetzte Karosserie, die nach amerikanischen Vorbild mit kleinen Heckflossen verziert war. Ihm folgte der Junior de Luxe mit fast gleicher Karosserie, aber mit Frischölautomatik. Er brauchte nicht mehr mit Benzin-Öl-Gemisch betankt zu werden, sondern mischte das Öl je nach Drehzahl und Last aus einem separaten Tank dem Treibstoff zu. Der F12 (ab 1963) war der erste Wagen seiner Klasse mit Scheibenbremsen. Die Motorleistung wurde von 34 (Junior de Luxe) auf 40 PS erhöht. Ab Sommer 1964 kam noch der F11/64 hinzu. Er hatte die größere Karrosserie des F12, aber die Mechanik und Ausstattung des Junior de Luxe. Die Auto-Union brachte 1965 noch den F12/65 auf den Markt, dieser hatte den 45-PS-Motor des F12 Roadsters und war der letzte Wagen der Baureihe. Aus marktechnischen Gründen (Zweitakter wurden als "Stinker" bezeichnet) wurde dann der Zweitakter fallen gelassen. Für die Bundeswehr  wurde allerdings noch bis 1968 der Geländewagen DKW Munga gebaut. Aus dem letzten DKW mit Zweitaktmotor, dem DKW F102 , wurde dann der Audi F103  mit Viertakt-Mitteldruckmotor. Der Name DKW wurde von der Auto Union  fallengelassen, da er für den Zweitaktmotor im PKW und im Motorrad stand.
Die Volkswagenwerk AG übernahm im Dezember 1964  die Mehrheit der Gesellschafteranteile der Auto Union GmbH. Damit endete dann die Arbeit am Zweitaktmotor. Der letzte Zweitakt-DKW war der noch bis 1968 weiterproduzierte Munga.